Taktische Notfallmedizin · Zivile Lagen

TECC

Tactical Emergency Casualty Care — dieselbe Medizin wie beim Militär, übersetzt auf Amoklage, Anschlag und schweren Unfall im Alltag.

2 Tage · Schwerpunkt Praxis Deutsch · Englisch Keine Vorkenntnisse nötig Kleine Gruppe · ab 18

Worum es geht

Wenn der Rettungsdienst noch nicht rein darf

Bei einer Amoklage, einem Anschlag oder einem schweren Unfall in unübersichtlicher Lage vergehen Minuten, bis der Rettungsdienst vorgelassen wird. In diesen Minuten entscheidet sich, ob jemand eine kritische Blutung überlebt. Nicht die Klinik rettet dieses Leben, sondern die Person, die daneben steht.

Tactical Emergency Casualty Care ist die zivile Übersetzung des militärischen TCCC. Seit 2011 pflegt das Committee for Tactical Emergency Casualty Care die Richtlinien und passt sie an die zivile Wirklichkeit an: keine Schutzausrüstung, alle Altersgruppen vom Kind bis zur Seniorin, ein Rettungsdienst in Reichweite statt einer Evakuierung über Stunden.

In zwei Tagen lernst Du die vollständige Reihenfolge — und übst sie so lange, bis sie auch dann funktioniert, wenn die Hände zittern.

„Die einzige Person, die garantiert am Tatort ist, wenn es passiert, bist Du."

Grundgedanke der zivilen taktischen Notfallmedizin

Einordnung

Woher das kommt — und warum es hier ankommt

TECC ist kein Parallelsystem, sondern eine Übersetzung. Die medizinische Grundlage ist dieselbe wie beim militärischen TCCC, das die NATO im Standard AMedP-8.12 „Military Acute Trauma Care Training" (STANAG 2544) verankert hat und das in Deutschland über die Einsatzersthelfer-Ausbildung der Bundeswehr in der Fläche ankommt.

Was sich unterscheidet, sind die Rahmenbedingungen: Deine Verletzten tragen keine Schutzweste, sie sind acht oder achtzig Jahre alt, und der Transport in die Klinik dauert Minuten statt Stunden. Genau dafür schreibt das Committee for Tactical Emergency Casualty Care die Richtlinien seit 2011 fort.

In Deutschland ziehen Polizei und Spezialeinheiten, Feuerwehr und Rettungsdienst nach. Wer heute in diesem Feld arbeitet oder ehrenamtlich unterwegs ist, begegnet TECC früher oder später ohnehin.

Herkunft

  • Medizinisch identisch mit dem militärischen TCCC
  • NATO-Standard AMedP-8.12 / STANAG 2544 als Rahmen
  • Zivile Fortschreibung durch das C-TECC seit 2011

Was anders ist

  • Verletzte ohne Schutzausrüstung, jedes Alter
  • Zonen statt Gefechtsphasen: heiß, warm, kalt
  • Rettungsdienst in Reichweite statt Evakuierung über Stunden

Für wen

  • Polizei, Spezialeinheiten, Feuerwehr, Rettungsdienst
  • Sicherheitsdienste, Werkschutz, Veranstaltungsteams
  • Lehrkräfte, Ersthelfer und alle, die vorbereitet sein wollen

Das System

MARCH-PAWS — die Reihenfolge, die unter Stress trägt

Unter Stress verliert man den Überblick. Deshalb arbeitet TECC nicht mit medizinischem Bauchgefühl, sondern mit einer festen Reihenfolge: Erst das, was innerhalb von Minuten tötet, dann alles andere. MARCH führt Dich durch die lebensbedrohlichen Probleme, PAWS durch das, was danach kommt. Diese neun Buchstaben sind das Rückgrat beider Tage — am Ende arbeitest Du sie ab, ohne nachzudenken.

M

M · Massive Haemorrhage — kritische Blutung

Tourniquet unter Stress anlegen, Wound Packing, Druckverband. Die Maßnahme, die statistisch die meisten Leben rettet — und die am häufigsten zu spät kommt.

A

A · Airway — Atemweg

Freimachen und Freihalten: Handgriffe, stabile Seitenlage, Nasopharyngealtubus. Wann ein Atemweg zum Problem wird und woran Du das erkennst.

R

R · Respiration — Atmung

Thoraxtrauma erkennen: Spannungspneumothorax, offene Brustwunde, Chest Seal und Nadeldekompression — und die Zeichen, dass es schlechter wird.

C

C · Circulation — Kreislauf

Blutungen nachkontrollieren, Schock erkennen, Zugänge und Volumen. Und der Grundsatz, dass jede Sekunde ohne Blutstillung teurer ist als jede Infusion.

H

H · Hypothermia & Head — Auskühlung und Kopf

Wärmeerhalt ab der ersten Minute, auch im Sommer. Dazu die Einschätzung des Schädel-Hirn-Traumas und was daraus für Lagerung und Transport folgt.

P

P · Pain — Schmerz

Schmerz erkennen und einordnen, die Grenze zwischen Erster Hilfe und ärztlicher Heilkunde — und warum Schmerzkontrolle keine Nettigkeit ist, sondern Kreislauftherapie.

A

A · Antibiotics — Antibiose

Wundinfektionen entstehen früh. Was die Richtlinien vorsehen, wo im zivilen Umfeld die rechtliche Grenze verläuft und was das für die Übergabe bedeutet.

W

W · Wounds — Wunden

Die übrigen Verletzungen: Verbrennungen, Augen, Amputationen. Und eine Dokumentation, mit der der Rettungsdienst sofort weiß, was schon passiert ist.

S

S · Splinting — Schienung

Frakturen und Beckenverletzungen stabilisieren, umlagern und tragen, ohne zusätzlichen Schaden anzurichten — mit dem, was gerade da ist.

Aufbau

Drei Zonen — weil sich mit der Lage ändert, was sinnvoll ist

Die größte Fehlerquelle in der taktischen Notfallmedizin ist nicht die falsche Technik, sondern die richtige Technik am falschen Ort. Deshalb denkt TECC in Zonen: heiß, warm, kalt. Jede hat ihren eigenen, kurzen Katalog dessen, was jetzt dran ist — und dessen, was warten muss.

Gefahr aktivLage gesichert
01

Direct Threat Care

Heiße Zone

Die Gefahr ist noch aktiv. Raus aus der Schusslinie, Verletzte in Deckung bringen, sich selbst nicht zum zweiten Opfer machen. Medizinisch: kritische Blutung stillen, sonst nichts.

02

Indirect Threat Care

Warme Zone

Die unmittelbare Gefahr ist weg, sicher ist es noch nicht. Hier läuft das vollständige MARCH-PAWS, mit dem Material, das da ist, und einem Auge auf der Lage.

03

Evacuation Care

Kalte Zone

Übergabe an den Rettungsdienst, Nachkontrolle aller Maßnahmen, Wärmeerhalt — und eine Dokumentation, mit der die Klinik sofort weiterarbeiten kann.

Unser Unterschied

Bei uns wird geübt, nicht zugehört

Taktische Notfallmedizin lässt sich nicht erklären. Ein Tourniquet, das man einmal am Tisch gesehen hat, sitzt im Ernstfall nicht, und ein Wound Packing, das man nie gegen echten Widerstand gemacht hat, ist keins. Deshalb ist der weitaus größte Teil dieser zwei Tage praktisch.

Wir halten den Theorieteil bewusst kurz und verlagern ihn, wo es geht, in die Übung selbst: erklären, machen lassen, korrigieren, wiederholen — so oft, bis es auch ohne Nachdenken funktioniert. Bei vielen Anbietern ist der Praxisanteil das, was nach den Folien übrig bleibt. Bei uns ist er die Veranstaltung.

Am zweiten Tag läuft alles unter erschwerten Bedingungen: mit Handschuhen, im Lärm, an mehreren Verletzten gleichzeitig und mit dem Material, das Du im Alltag tatsächlich dabei hast — nicht mit dem, das ideal wäre.

Am Material

  • Tourniquet — beidhändig, einhändig, an Arm und Bein
  • Wound Packing gegen Widerstand, nicht am Kissen
  • Chest Seal und Nasopharyngealtubus
  • Beckenschlinge, Schienung, Wärmeerhalt

Unter Bedingungen

  • Mit Handschuhen und in ungünstiger Körperhaltung
  • Bei Lärm, Zeitdruck und schlechtem Licht
  • In beengter Lage, etwa im Fahrzeug oder im Treppenhaus
  • Mit dem Material, das Du wirklich dabei hast

Im Szenario

  • Ein Verletzter, vollständiges MARCH-PAWS
  • Mehrere Verletzte, Reihenfolge entscheiden
  • Übergabe an den Rettungsdienst
  • Notruf absetzen, während es weitergeht

Einblicke

So sieht das aus

Kein Klassenraum-Seminar: Das meiste passiert am Boden, am Material und gegen die Uhr.

Zwei Verletzte — Reihenfolge entscheidenZwei Verletzte — Reihenfolge entscheiden
MARCH-Karte und Material am FahrzeugMARCH-Karte und Material am Fahrzeug
Blutstillung am Bein, unter AufsichtBlutstillung am Bein, unter Aufsicht
Wundversorgung im ÜbungsdurchlaufWundversorgung im Übungsdurchlauf
Lagerung und ÜbergabeLagerung und Übergabe
Versorgung unter beengten BedingungenVersorgung unter beengten Bedingungen
Verband anlegen, während es weitergehtVerband anlegen, während es weitergeht
Das IFAK, mit dem geübt wirdDas IFAK, mit dem geübt wird
Versorgung im GeländeVersorgung im Gelände

Leistungen

Was drin ist

Ausbildung

  • Zwei Ausbildungstage mit dem vollständigen Vorgehen
  • Schwerpunkt Übung und Szenarien statt Vortrag
  • Kleine Gruppe, mehrere Ausbilder gleichzeitig
  • Unterlagen und Merkkarte zum Mitnehmen

Material

  • Übungs-Tourniquets für jede Person, nicht zum Herumreichen
  • Wound-Packing-Modelle und Übungspuppen
  • Chest Seals, Nasopharyngealtuben, Beckenschlingen
  • Sämtliches Verbrauchsmaterial für alle Durchläufe

Nachweis

  • Teilnahmebescheinigung der Streetwise Academy
  • Ausgebildet nach den aktuellen TECC-Richtlinien
  • Getränke und Verpflegung während der Ausbildungstage

Damit es keine Missverständnisse gibt: Wir unterrichten nach den Richtlinien des Committee for Tactical Emergency Casualty Care, sind aber kein NAEMT Training Center. Du bekommst eine Bescheinigung der Streetwise Academy, keine NAEMT-Karte. Wenn Du einen bestimmten Nachweis für Deinen Dienstherrn brauchst, frag uns vorher — wir sagen Dir, ob das passt.

Instruktor*innen

Wer Dich ausbildet

Unterrichtet wird im Team — wer an einem Termin dabei ist, hängt vom Datum ab. Ein Klick auf ein Porträt führt zum vollständigen Profil.

Termin & Preis

Der nächste TECC-Kurs

01

Termin

Termin folgt

2 Ausbildungstage

Beginn 9:00 Uhr

Berlin

Sobald der Termin steht

Termine in PlanungGruppentermine auf Anfrage
02

Tarife

Regular

1499 €

Mitglied

1399 €

Alles inklusive: Ausbildung, sämtliches Übungs- und Verbrauchsmaterial, Unterlagen, Merkkarte und Verpflegung an den Ausbildungstagen.

03

Anfrage & Gruppen

Anfrage per WhatsApp — meist am selben Tag beantwortet

kostenlos

Geschlossene Gruppe für Behörde, Firma oder Einheit

auf Anfrage

Inhouse bei Euch vor Ort, mit unserem Material

auf Anfrage

Anmeldung und Termine laufen bis auf Weiteres direkt über uns.