Gewaltprävention für Gesundheitswesen und Behörden · Deutschland & Israel

Healthcare Defense

Deeskalation, die auch dann noch trägt, wenn Reden nicht mehr reicht

Verbal und körperlichOhne Schläge, Hebel, WürgegriffeInhouse & MultiplikatorenDeutschland & Israel

Herkunft des Programms

Krav Maga als Grundlage – ohne alles, was verletzt

Healthcare Defense ist im Kern an Krav Maga angelehnt und folgt dessen Logik: Einfache Bewegungen, klare Entscheidungen, Wirksamkeit unter Stress. Aus dieser Grundlage haben wir konsequent alles herausgenommen, was ein Gegenüber schädigen kann – keine Schläge, keine Hebel, keine Würgegriffe. Denn wer in Klinik, Rettungsdienst oder Behörde arbeitet, hat es mit Schutzbefohlenen zu tun, nicht mit Gegnern. Was bleibt, sind Abstand, Timing, Lösen und Kontrolle im Team.

  • Keine Schläge und Tritte
  • Keine Gelenkhebel
  • Keine Würgegriffe

Worum es geht

Deeskalationstraining endet oft genau dort, wo es gefährlich wird

Die meisten Programme im Gesundheitswesen und in Behörden trainieren Kommunikation – und hören auf, sobald Kommunikation nicht mehr wirkt. Was danach kommt, ist entweder gar nicht geübt oder besteht aus Techniken, die niemand einsetzen darf, ohne die eigene Dienstanweisung zu verletzen. Das Ergebnis kennen alle, die in Notaufnahmen, auf geschlossenen Stationen oder im Rettungswagen arbeiten: Im Ernstfall entscheiden sich Mitarbeitende zwischen ihrer eigenen Unversehrtheit und ihrem Arbeitsplatz.

Healthcare Defense schließt genau diese Lücke. Das Programm verbindet strukturierte verbale Deeskalation mit körperlichen Fertigkeiten, die bewusst so gebaut sind, dass sie innerhalb dessen bleiben, was eine Klinik, ein Rettungsdienst oder ein Amt ihren Leuten überhaupt erlauben kann: Keine Schläge, keine Hebel, keine Würgegriffe, keine Bauchlage. Was bleibt, sind Abstand, Hebelwirkung, Zeit und Teamarbeit – und die sind wirksamer, als die meisten glauben.

Sicherheit ohne Schaden

Jede Technik ist darauf ausgelegt, den Patienten oder das Gegenüber nicht zu verletzen. Das ist keine Freundlichkeit, sondern Voraussetzung dafür, dass eine Einrichtung sie überhaupt freigeben kann.

Reden bleibt Werkzeug Nummer eins

Der körperliche Teil existiert, damit der verbale Teil funktioniert. Wer weiß, dass er im Notfall handlungsfähig ist, bleibt ruhiger, spricht klarer und eskaliert seltener.

Nie allein

Alle Abläufe sind auf Teams ausgelegt: Hilfe holen, gemeinsam führen, gemeinsam lösen. Einzelheldentum ist im Gesundheitswesen der häufigste Weg in die Verletzung.

Die Lage

Was die Zahlen sagen

Wir bieten das Programm in Deutschland und in Israel an. In beiden Ländern ist die Datenlage eindeutig – und in beiden gilt dasselbe: Was gemeldet wird, ist nur ein Bruchteil dessen, was passiert.

Deutschland

Kliniken, Notaufnahmen, Pflege, Rettungsdienst

87 %des Notaufnahme-Personals hat innerhalb eines Jahres körperliche Gewalt durch Patientinnen und Patienten erlebt; 64 % durch Angehörige. Verbale Gewalt: 97 %.
10 %– nur jede zehnte befragte Person fühlte sich von der eigenen Einrichtung gut auf Gewalt vorbereitet. Ein Viertel kannte überhaupt keine Präventionsmaßnahmen.
73 %der Krankenhäuser verzeichnen mehr Gewaltvorfälle als vor fünf Jahren. Besonders betroffen: Pflege (80 %) und Notaufnahmen (50 %).
24 %der Häuser berichten von Kündigungen als Folge von Übergriffen. Gewalt ist damit auch ein Personalthema, nicht nur ein Sicherheitsthema.
26 %der Rettungsdienstkräfte wurden binnen eines Jahres körperlich angegriffen, 92 % verbal. Über 60 % der Fälle nachts, bei 55 % war Alkohol im Spiel.
5.300gemeldete Gewaltvorfälle pro Jahr allein bei der BGW – 88 % davon mit körperlicher Verletzung.

Quellen: BGW-Befragung in Notaufnahmen 2020 (349 Beschäftigte) · BGW-Auswertung gemeldeter Arbeitsunfälle 2018–2022 · DKG/DKI-Krankenhaus-Barometer 2024 · Ruhr-Universität Bochum, Studie zu Gewalt gegen Einsatzkräfte in NRW (2017, rund 4.500 Befragte).

Israel

Kliniken, Ambulanzen, Notaufnahmen

71 %der Klinikbeschäftigten erlebten innerhalb von sechs Monaten mindestens einen Gewaltvorfall – 69 % verbal, 11 % körperlich.
31 %sagen, die eigene Leitung tue gegen das Problem zu wenig. Als häufigste Ursache nennen 70 % lange Wartezeiten.
333körperliche Angriffe auf medizinisches Personal wurden landesweit in einem einzigen Jahr gemeldet, dazu 216 Bedrohungen und 312 Fälle verbaler Gewalt und Sachbeschädigung.
5.300Ordnungsstörungen in Kliniken wurden im selben Zeitraum registriert – ein einzelnes Haus meldete davon über 1.500 in zehn Monaten.
~25 %der Gewalt am Arbeitsplatz in Israel entfällt nach unserer Programmanalyse auf das Gesundheitswesen – ohne dass es dafür bislang ein durchgängiges körperliches Schutzkonzept gäbe.

Quellen: Barzilai University Medical Centre, Befragung von 486 Beschäftigten (2021) · Daten des israelischen Gesundheitsministeriums, veröffentlicht 2021 · eigene Programmanalyse Streetwise Academy / HLS.

Die wichtigste Zahl fehlt in jeder Statistik. Rund 80 % der verbalen und nonverbalen Übergriffe werden nie gemeldet – weil Meldewege umständlich sind, weil „das dazugehört“, oder weil ohnehin nichts passiert. Jede Zahl auf dieser Seite ist deshalb eine Untergrenze.

Der Ansatz

Fünf Stufen der Erregung – und für jede eine Antwort

Aggression kündigt sich an. Wer die Stufen kennt, reagiert früher, ruhiger und mit dem passenden Mittel – statt erst zu handeln, wenn es bereits körperlich geworden ist.

Stufe 1

Gebundene Unruhe

Ziellose Bewegung, Auf- und Abgehen, geäußerter Frust. Antwort: Ruhig werden lassen, offene Fragen, zuhören, das Gesagte zurückspiegeln.

Stufe 2

Ungebundene Unruhe

Die Person verlässt den Bereich, wird lauter, steht auf. Antwort: Zusätzlich lenken – Grenzen setzen, Lösungen anbieten, Zeit gewinnen.

Stufe 3

Gerichtete Aggression

Persönliche Angriffe und Vorwürfe, adressiert an eine bestimmte Person. Antwort: Zusätzlich Abstand herstellen und Unterstützung holen.

Stufe 4

Vorangriffsphase

Geballte Fäuste, Blicke auf Ziele, Griff nach Gegenständen, Drohungen. Antwort: Sichere Position einnehmen, klare Ansage, Konsequenz benennen.

Stufe 5

Angriff

Schlagen, Greifen, Würgen, Spucken, Beißen. Antwort: körperliche Deeskalation – lösen, Abstand schaffen, im Team kontrollieren.

Deeskalationstraining für Pflegepersonal mit praktischer Übung

Abstand

Wer Abstand kontrolliert, kontrolliert den Schaden. Je näher jemand herankommt, desto weniger Vorwarnzeit bleibt – Distanz ist das wirksamste Werkzeug im Raum.

Zeit

Wo Abstand nicht möglich ist, zählt die Uhr. Techniken, die Angriffskraft neutralisieren, ohne zu verletzen, verschaffen die Minuten bis Hilfe da ist.

Team

Zwei Personen, die dasselbe Vorgehen beherrschen, lösen eine Lage, an der eine Person allein scheitert – und dokumentieren sie hinterher als Zeugen sauber.

Das Programm

Sieben Module, drei Risikostufen

Der Umfang richtet sich nach dem Risikoprofil des Bereichs. Eine Verwaltungseinheit braucht anderes als eine geschlossene Station oder ein Rettungswagen im Nachtdienst.

Modul 1

Lagebeurteilung & Frühwarnzeichen

Was einem Angriff vorausgeht, und wie man es sieht, bevor es passiert. Raumaufteilung, Fluchtwege, Gegenstände, Alarmierungswege der eigenen Einrichtung.

Modul 2

Verbale Deeskalation

Die fünf Stufen und die jeweils passende Reaktion. Haltung, Stimme, Abstand, Grenzsetzung – geübt an echten Situationen aus dem eigenen Haus.

Modul 3

Lösen im Stehen

Sichere Position, Lösen aus Handgelenk- und Kleidungsgriffen, Abwehr von Haaregreifen und Würgen von vorn und hinten, Bissabwehr.

Modul 4

Am Patientenbett und im Fahrzeug

Dieselben Lösungen unter beengten Bedingungen: an der Liege, am Bettgitter, im Rettungswagen, mit Gerät und Zugängen im Weg.

Modul 5

Am Boden

Was tun, wenn man gestürzt ist oder unter der Person liegt: Position halten, Kopf schützen, drehen, lösen, aufstehen – ohne den anderen zu verletzen.

Modul 6

Kontrolle und Fixierung im Team

Begleiten zu zweit, seitliche Fixierung ohne Druck auf Brustkorb und Zwerchfell, Bauchlage konsequent vermieden. Übergabe an Sicherheitsdienst oder Polizei.

Modul 7

Nachbereitung

Dokumentation, Meldewege, kollegiale Erstbetreuung. Wer nach einem Vorfall allein bleibt, kündigt später – das ist der teuerste Teil jedes Zwischenfalls.

Stufe 1 · Basis

Rund vier Stunden. Für Bereiche mit geringem Risiko: Frühwarnzeichen, verbale Deeskalation, Lösen aus den häufigsten Griffen.

Stufe 2 · Standard

Rund acht Stunden. Für Notaufnahme, Pflege, Rettungsdienst: Zusätzlich Bett- und Fahrzeugszenarien sowie Kontrolle im Team.

Stufe 3 · Hochrisiko

Rund zwölf Stunden. Für Psychiatrie, geschlossene Bereiche und Behörden: Komplettes Programm inklusive Bodenlagen und Fixierung.

Multiplikatoren

Auf Wunsch bilden wir eigene Instruktorinnen und Instruktoren aus, die das Programm im Haus selbständig weitergeben und auffrischen. So bleibt es nach dem ersten Jahr lebendig.

Für wen

Überall dort, wo Menschen im Ausnahmezustand auf Personal treffen

Das Grundmuster ist immer dasselbe: Jemand ist in Not, unter Drogen, in Panik oder in einer Krise – und die Person, die helfen soll, steht ihm am nächsten. Deshalb funktioniert dasselbe Programm in sehr unterschiedlichen Häusern.

Klinikpersonal deeskaliert einen aggressiven Besucher im Krankenhausflur

Krankenhäuser & Notaufnahmen

Wartezeiten, Alkohol, Angehörige unter Druck: Die Notaufnahme ist der Ort mit der höchsten Vorfallsdichte. Für Konzerne und Verbünde rechnet sich das Programm zusätzlich über Ausfalltage, Fluktuation und Versicherungsprämien.

Betreuungspersonal löst sich aus dem Angriff eines aggressiven Bewohners

Psychiatrie, Betreuung & Jugendhilfe

Auf geschlossenen Stationen, in Wohngruppen und in Jugendämtern ist Aggression Teil des Krankheits- oder Konfliktbildes. Genau hier ist entscheidend, dass keine Technik verletzt – und dass sie trotzdem hält.

Rettungsdienstteam sichert einen unruhigen Patienten im Rettungswagen

Rettungsdienst & Notfallmedizin

Nachts, zu zweit, in einem drei Quadratmeter großen Fahrzeug, oft mit Alkohol oder Drogen im Spiel. Wir trainieren die Enge, nicht die Turnhalle.

Personal einer geschlossenen Einrichtung fixiert eine Person im Team am Boden

Justiz- & Maßregelvollzug

Wo Fixierung zum Alltag gehört, entscheidet die Methode über Verletzungen, Beschwerden und Verfahren. Seitliche Kontrolle statt Bauchlage ist hier kein Detail, sondern der Kern.

Polizeikräfte bringen eine Person gemeinsam unter Kontrolle

Polizei & Ordnungsamt

Streifen- und Außendienst treffen dieselben Lagen – nur mit anderer Rechtsgrundlage. Vertiefend bieten wir dafür unser Law-Enforcement-Programm an.

Polizei und medizinisches Personal versorgen gemeinsam einen unruhigen Patienten

Gemeinsame Lagen

Übergaben zwischen Polizei, Rettungsdienst und Klinik sind der Moment, in dem viele Verletzungen entstehen. Wenn beide Seiten dieselbe Sprache sprechen, wird genau dieser Moment ruhig.

Rechtlicher Rahmen

Warum wir bewusst weglassen, was andere unterrichten

Fürsorgepflicht des Arbeitgebers

Nach dem Arbeitsschutzgesetz gehören Gewaltrisiken in die Gefährdungsbeurteilung, und daraus müssen wirksame Maßnahmen folgen. Ein Aushang und ein Kommunikationsseminar sind bei den Zahlen weiter oben schwer als wirksam zu begründen.

Fixierung ist Freiheitsentziehung

Das Bundesverfassungsgericht hat 2018 entschieden: Eine Fünf- oder Sieben-Punkt-Fixierung von absehbar mehr als etwa 30 Minuten ist eine eigenständige Freiheitsentziehung und steht unter Richtervorbehalt – ärztlich angeordnet, überwacht und dokumentiert. Unser Modul zur Kontrolle im Team ist darauf ausgelegt, den Weg bis dorthin so kurz und so schonend wie möglich zu halten.

Nichts, was die Dienstanweisung sprengt

Keine Schläge, keine Gelenkhebel, keine Würgegriffe, keine Bauchlage, kein Druck auf Brustkorb oder Zwerchfell. Alles, was wir unterrichten, ist so gebaut, dass eine Einrichtung es freigeben kann, ohne ihre eigenen Regeln zu brechen.

Diese Seite ist keine Rechtsberatung. Vor der Einführung stimmen wir Inhalte und Dokumentation gemeinsam mit Rechtsabteilung, Betriebs- oder Personalrat und Arbeitssicherheit ab – und passen das Programm an die bestehenden Dienstanweisungen an, nicht umgekehrt.

Nächster Schritt

Ein Gespräch, ein Pilottag, dann entscheiden Sie

Wir starten nie mit einem Angebot, sondern mit Ihren Zahlen: Welche Bereiche melden was, wie oft, zu welcher Uhrzeit, mit welchen Folgen? Daraus entsteht der Zuschnitt. Anschließend trainieren wir einen Pilotbereich – und Sie entscheiden anhand der Rückmeldungen Ihrer eigenen Leute, ob es ins ganze Haus geht.

1 · Erstgespräch

Etwa 45 Minuten, per Video oder bei Ihnen. Wir sehen uns Vorfallslage, bestehende Schulungen und Dienstanweisungen an.

2 · Pilot

Ein Tag in einem ausgewählten Bereich, mit Vorher-Nachher-Befragung der Teilnehmenden. Das liefert Ihnen belastbare Argumente für die Leitung.

3 · Rollout

Stufenweise Schulung nach Risikoprofil, auf Wunsch mit eigenen Multiplikatoren, damit das Programm ohne uns weiterläuft.

Healthcare Defense anfragen

Streetwise Academy Berlin – tätig in Deutschland und Israel. Schulungssprachen deutsch und englisch. Schreiben Sie uns kurz, um welche Einrichtung und welche Bereiche es geht.