Seminar · 1 Tag · Behörden und Einsatzkräfte

IED Awareness

USBV-Training für die, die als Erste an einem Fundort stehen: Erkennen, Absichern, Melden — das Verhalten in den Minuten, bevor die Spezialkräfte übernehmen. Mit praktischem Anteil im Gelände.

1 Tag · Theorie und PraxisErkennen · Absichern · MeldenDeutsch oder EnglischNur als geschlossene Gruppe

Worum es geht

Die Lücke zwischen „etwas stimmt hier nicht“ und dem Eintreffen der Zuständigen

Wer im Dienst auf einen verdächtigen Gegenstand trifft, ist selten Spezialkraft — sondern Streife, Rettungsdienst, Werkschutz oder Hausmeisterei. Genau diese Menschen entscheiden in den ersten Minuten, ob eine Lage beherrschbar bleibt: Erkennen, Abstand herstellen, Menschen wegbringen, sauber melden. Alles, was danach kommt, ist Sache der Entschärfer.

Der Vormittag baut das Raster, nach dem am Nachmittag gearbeitet wird — nüchtern, an realen Lagen entlang und ohne die Bilder, die man aus Dokumentationen kennt — die helfen im Dienst niemandem. Am Nachmittag geht es raus, mit inertem Übungsmaterial in einem realen Umfeld: Fluren, Zugängen, Außenflächen, Fahrzeugen. Kein Vorführen, sondern Durchlaufen.

Die Übungen werden zunehmend unangenehmer: Erst in Ruhe, dann unter Zeitdruck, dann mit Publikum, das nicht kooperiert. Genau dort zeigt sich, ob das Raster vom Vormittag hält.

Die Abgrenzung

Was dieses Seminar ausdrücklich nicht enthält

Alles, was wir zeigen, dient dem Erkennen und dem richtigen Verhalten. Wie eine Vorrichtung aufgebaut ist oder funktioniert, ist nicht Teil des Seminars und wird auch auf Nachfrage nicht behandelt.

Nicht Gegenstand des Seminars

  • Keine Angaben zu Aufbau, Bestandteilen oder Wirkungsweise von Spreng- oder Brandvorrichtungen.
  • Kein Umgang mit Spreng-, Zünd- oder Gefahrstoffen — sämtliches Übungsmaterial ist inert.
  • Keine Entschärfungs-, Zugriffs- oder Manipulationstechniken.
  • Keine Wirkungs- oder Reichweitenberechnungen.

Worauf es stattdessen ankommt

  • Erkennen: Der Kontext entscheidet, nicht der Gegenstand.
  • Absichern: Abstand ist die einzige Maßnahme, die zuverlässig wirkt.
  • Melden: Ein Schema, das unter Stress vollständig bleibt.
  • Alles jenseits davon gehört den zuständigen Spezialkräften — und bleibt dort.

Vormittag · Theorie

Sechs Bausteine, ein Verfahren

Der theoretische Teil ist bewusst schmal gehalten: Er liefert genau das Raster, nach dem am Nachmittag gearbeitet wird — nicht mehr.

01

01 · Lagebild

Wie sich die Bedrohung in Europa tatsächlich darstellt: Häufigkeiten, Orte, Muster — und wo die öffentliche Wahrnehmung danebenliegt.

02

02 · Auffällig ist der Kontext

Nicht der Gegenstand entscheidet, sondern wo er liegt, seit wann, und wer sich wie dazu verhält. Systematik statt Bauchgefühl.

03

03 · Der erste Blick

Beobachten, nicht berühren. Was Ihr aus der Distanz feststellen könnt, was Ihr dokumentiert und was Ihr auf keinen Fall tut.

04

04 · Abstand und Sperrkreis

Warum Abstand die einzige Maßnahme ist, die zuverlässig wirkt, wie ein Sperrkreis gestellt wird und wie man Menschen tatsächlich dazu bringt, ihn einzuhalten.

05

05 · Eigensicherung

Warum ein Fundort auch ein Zielort sein kann, wie Sammelpunkte und Anfahrtswege dazu passen und welche Kommunikationsvorgaben gelten.

06

06 · Melden und Übergeben

Ein Meldeschema, das unter Stress funktioniert: Was die Spezialkräfte brauchen, in welcher Reihenfolge, und wie eine saubere Übergabe abläuft.

Nachmittag · Praxis

Der praktische Anteil

Nach der Mittagspause geht es raus. Wir arbeiten mit inertem Übungsmaterial und Alltagsgegenständen in einem realen Umfeld — Fluren, Zugängen, Außenflächen, Fahrzeugen.

  • Übung 1 · Bereich absuchen: Systematisch statt zufällig: Sektoren aufteilen, Blickhöhen wechseln, doppelt kontrollieren — und dokumentieren, was schon abgesucht ist.
  • Übung 2 · Erkennen im Realraum: Inertes Material und harmlose Gegenstände liegen gemischt im Gelände. Ihr entscheidet, was auffällig ist — und begründet es.
  • Übung 3 · Absperren unter Zeitdruck: Sperrkreis stellen, Menschen wegführen, Zugänge halten. Mit Passanten, die weiterwollen, und Kollegen, die noch nichts wissen.
  • Übung 4 · Meldung absetzen: Vollständige Meldung in unter einer Minute, laut ausgesprochen, mit Rückfragen. Wird so lange wiederholt, bis sie sitzt.
  • Übung 5 · Szenarien: Der Sammelpunkt liegt falsch. Ein zweiter Gegenstand taucht auf. Die Presse ist schneller da als die Verstärkung.
  • Abschluss · Debrief: Gemeinsame Auswertung: Was hat funktioniert, wo ist die Kette gerissen, und was davon nehmt Ihr in Eure eigene Dienstvorschrift mit.

Einblicke

So sieht der Tag aus

Einblick IED-Awareness-TrainingEinblick IED-Awareness-TrainingEinblick IED-Awareness-TrainingEinblick IED-Awareness-TrainingEinblick IED-Awareness-TrainingEinblick IED-Awareness-Training

Tagesablauf

Wie der Tag läuft

Richtwerte für einen Standardtag. Beginn, Pausen und Gewichtung passen wir an Euren Dienstbetrieb an — auch als Doppelschicht für zwei Gruppen an einem Tag.

  • 09:00 · Lagebild und Einordnung: Womit rechnen wir realistisch, und was folgt daraus für Eure Rolle.
  • 10:30 · Erkennen: Kontextbewertung, erster Blick, typische Fehler in den ersten dreißig Sekunden.
  • 11:30 · Abstand, Sperrkreis, Meldung: Das Verfahren, das den Nachmittag trägt.
  • 13:15 · Praxis im Gelände: Absuchen, Erkennen, Absperren, Melden — einzeln geübt und dann verkettet.
  • 15:30 · Szenarien: Vollständige Lagen mit Zeitdruck, Publikum und Störungen.
  • 16:45 · Debrief und Übertrag: Konsequenzen für Eure Abläufe, offene Fragen, Teilnahmebestätigung.

Zielgruppe

Für wen dieses Seminar ist

Das Training richtet sich an Menschen, die im Dienst auf einen verdächtigen Gegenstand treffen können — nicht an Spezialkräfte, die ihn anschließend bearbeiten.

  • Polizei, Streifen- und Ordnungsdienst: Die Kräfte, die zuerst da sind und die Lage übergeben müssen — vollständig, knapp und ohne selbst zum Teil des Problems zu werden.
  • Rettungsdienst und Feuerwehr: Einsatzkräfte in einer Lage, die nicht nach der üblichen Einsatzroutine funktioniert.
  • Sicherheitsdienste und Werkschutz: Objekt- und Veranstaltungsschutz. Wer Zugänge kontrolliert, findet auch das, was nicht dorthin gehört.
  • Betreiber und Veranstalter: Verantwortliche für Bahnhöfe, Kliniken, Verwaltungsgebäude oder Großveranstaltungen, die ihre Abläufe belastbar machen wollen.

Nur als geschlossene Gruppe buchbar. Wir bieten dieses Seminar nicht öffentlich an. Gebucht wird über die Dienststelle, das Unternehmen oder den Träger; die Teilnehmenden werden über die anfragende Stelle benannt. Einzelanmeldungen von Privatpersonen nehmen wir nicht an.

★★★★★

„Wir hatten das Thema in der Dienstanweisung stehen — geübt hatte es nie jemand. Nach dem Tag weiß jede Streife, wie weit ‚weit genug‘ ist und was in die Meldung gehört.“

Einsatzleitung eines kommunalen Ordnungsdienstes · Platzhalter

Rahmen

Organisatorisches

Format

  • Dauer: 1 Tag, rund 8 Stunden — Theorie am Vormittag, Praxis am Nachmittag.
  • Gruppengröße: Maximal 16 Teilnehmende, damit jede Übung mehrfach durchlaufen wird.
  • Sprache: Deutsch oder Englisch.
  • Voraussetzungen: Dienstlicher oder betrieblicher Bezug zum Thema. Vorkenntnisse sind nicht nötig, körperliche Anforderungen gibt es keine.

Ort und Konditionen

  • Ort: Bei Euch vor Ort — das ist der Regelfall, weil die Übungen dann in Eurem eigenen Umfeld stattfinden. Alternativ in Berlin in unseren Räumen.
  • Was Ihr stellt: Einen Raum mit Projektionsmöglichkeit und eine Übungsfläche, gern mit Zugängen, Fluren oder Fahrzeugen. Wetterfeste Kleidung für den Nachmittag.
  • Honorar: Auf Anfrage, abhängig von Gruppengröße, Anfahrt und Vorbereitungsaufwand. Für gemeinnützige Träger gelten andere Sätze als für Unternehmen.
  • Komplettkonzepte: Gesamte Sicherheitskonzepte für Einrichtungen jeder Größe erstellen wir als high-risk-protection.com.

Das Seminar anfragen

Sagt uns kurz, um welche Dienststelle, welches Unternehmen oder welchen Träger es geht und wie viele Leute geschult werden sollen. Wir melden uns mit einem Vorschlag für Termin, Ablauf und Konditionen.